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Evelina Cajacob
alles nichts besonders












Die Galerie zeigt vom 29. Juni bis zum 24. November 2018 neue Werke der Künstlerin Evelina Cajacob (*1961 Sumvigt, Schweiz). Im Zentrum der Ausstellung steht die mehrere hundert Zeichnungen umfassende Installation alles nichts besonders, die die Wände im Eingangsbereich flächendeckend füllt. Zudem sind großformatige, in diesem Jahr entstandene Zeichnungen zu sehen.

Evelina Cajacobs Zeichnungen erinnern an Schlaufen, Wellen, verschlungene Knoten. Die Gebilde aus filigranen Linien scheinen sich ewig und ineinander zu winden. Zarte Schraffuren lassen florale Strukturen entstehen oder transformieren sich zu biomorphen, fast schon organisch anmutenden Gebilden, die sich über das Papier schlängeln.

In der raumfüllenden Installation zeichnet Cajacob in zarten Grau-, Rot- und Violetttönen die oft nur wenige Millimeter langen Striche auf das Papier. Dieser Prozess, der sich etliche Male wiederholt, verdichtet die Zeichnung nach und nach. Die Bereiche, die leer bleiben, umrahmen die Gebilde, halten sie in den Grenzen des Papiers oder unterbrechen die Zeichnungen und ermöglichen diesen, von einem Papier zum anderen zu wandern. Sie scheinen schwerelos.

Die insgesamt 434 Zeichnungen sind in einem konzentrierten, über Monate andauernden Prozess im letzten Jahr während eines Stipendiums in einem Atelier in Wien entstanden. Es entstanden immer mehr Zeichnungen, die nach und nach die Wände des Ateliers füllten. Dazu kamen ausgewählte Worte, die Cajacob für sich beansprucht hat und in die wachsende Installation aufnahm. Das Spiel mit Sprache inmitten der Zeichnungen findet sich erstmalig in ihrem Werk. Es sind Worte, die Fragen aufwerfen und dennoch dabei so leicht wirken wie die Zeichnungen selbst.

Bei der Entstehung der Arbeit, aber auch in ihrer Betrachtung, spielen wie so oft in Evelina Cajacobs Werken Zeit und Wahrnehmung eine zentrale Rolle. Wer sich in den Raum der Galerie m hinein begibt, entrückt der Zeit und seinem Denken. Denn so wie die kleinen Zeichnungen in einem intuitiven, unmittelbaren Tun der Künstlerin Tag für Tag entstanden sind, so führt die Betrachtung in neue Ebenen von Traum und Wahrnehmung. Die Installation mit ihren unendlichen Details lässt einen langsam durch die Räume wandern, um in diesen ganz eigenen Kosmos einzutauchen.

Was liegt in den Schlaufen, Wellen und Windungen verborgen - gibt es eine Ordnung und einen Plan oder ist das Unmittelbare und Impulsivität Ausgangspunkt für „alles nichts besonders“?